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Trainer Marcus Mackamul: „Ich sehe uns nicht als Außenseiter“

Am Sonntag um 15 Uhr empfangen die RED DEVILS Heilbronn zum Viertelfinal-Heimkampf den SV Wacker Burghausen in der Römerhalle. Wir haben im Vorfeld des Großevents, für das die RED DEVILS eine Sondergenehmigung für 1.500 Zuschauer bekommen haben, unserem Coach Marcus Mackamul auf den Zahn gefühlt…

Marcus, die RED DEVILS stehen im Viertelfinale der Bundesliga. Hättest du vor der Saison gedacht, dass wir so weit kommen würden?

Marcus Mackamul:
Man hatte ja schon vor der Saison versucht, uns als Geheimfavoriten abzustempeln. Dies habe ich aber immer vehement abgelehnt. Für mich stand immer nur das Erreichen des Achtelfinales im Fokus, denn als Aufsteiger mussten wir mit Demut in die Runde gehen erstmal unseren Platz in der Liga finden. Als dann relativ schnell klar war, dass wir zu den besseren Teams unserer Staffel gehören, haben wir uns natürlich schon ein Weiterkommen ins Viertelfinale ausgerechnet. Die Losfee hatte es dann recht gut mit uns gemeint, denn wir hätten als ungesetztes Team auch gleich auf Burghausen, Mainz, Adelhausen oder Köllerbach treffen können. Und dann wäre es gleich haarig geworden.

So aber ging es gegen Hallbergmoos – einen Gegner, der den RED DEVILS aber auch ein Bein hätte stellen können, oder?

Marcus Mackamul:
In jedem Fall. Dass man Hallbergmoos nicht unterschätzen darf, haben wir beim ersten Kampf in Bayern gesehen. Ein, zwei Ausrutscher und man wäre mit einer Niederlage heimgefahren. Auch am letzten Samstag haben sie uns das Leben sehr schwer gemacht. In der ersten Halbzeit waren wir beim 15:11 mal kurz ganz schön ins Straucheln geraten, zumal wir durch Verletzungen improvisieren mussten. Dadurch, dass dann aber Taimuraz Friev ein Feuerwerk abgebrannt hat, Pascal Eisele in den letzten Sekunden seinen Rückstand gegen Alex Kessidis drehen konnte und Christian Fetzer überraschend auch im Freistil einen Punktsieg geholt hat, konnten wir das Ding am Ende doch noch relativ sicher heimschaukeln.

Die Tatsache, dass ihr gegen Hallbergmoos so gefordert wurdet, dürfte eine gute Vorbereitung auf Burghausen gewesen sein…

Marcus Mackamul:
Stimmt, das war definitiv eine bessere Vorbereitung als wenn wir mit 15 Punkten Abstand gewonnen hätten. Wir haben gesehen, dass wir nur als Team bestehen können. Auch wenn die Athleten Mann gegen Mann kämpfen, muss jeder Einzelne bereit sein, fürs Team alles zu geben. Wir hatten im Freistil Verletzungsprobleme, also sind Christian Fetzer und Fabian Fritz als Greco-Spezialisten im Freistil eingesprungen. Und im Griechisch-Römisch bis 57 Kilogramm hat sich mit Konstantin Schmidt ein ganz junger Mann in den Dienst der Mannschaft gestellt. Als Etka Sever, bei dem wir eigentlich einen knappen Punktsieg einkalkuliert hatten, seinen Kampf abgegeben musste, sprang Christian Fetzer in die Bresche, bei dem wir im der fremden Stilart mit einer Niederlage gerechnet hatten. Das zeigt, dass wir als Mannschaft funktionieren. Das Team hat Charakter – das macht mich stolz!

Mit Burghausen habt ihr jetzt den Titelfavoriten als Gegner. Nehmt ihr die Rolle als Außenseiter an?

Marcus Mackamul:
Ohne jetzt irgendwie hochstapeln zu wollen – ich sehe uns nicht als Außenseiter! Für mich ist das Duell mit Wacker Burghausen das vorweg genommene Finale, auf das ich mich riesig freue. Auch wenn wir ein paar Problemchen mit Verletzungen haben, werden wir ein Team stellen, das Burghausen absolut Paroli bieten kann. Wenn wir entsprechend Fahrt aufnehmen, können wir auch gewinnen. Natürlich hat Burghausen einen riesengroßen Kader, bei dem alle Positionen mit guten Leuten doppelt besetzt sind. Aber je mehr Auswahl man hat, desto mehr Fehler kann man bei der Aufstellung auch machen.

Ist das der Grund dafür, dass du immer ein Geheimnis um die Aufstellung machst?

Marcus Mackamul:
Natürlich. Der Gegner rechnet genauso alle potenziellen Aufstellungen von uns durch wie wir es bei ihm machen. Wenn wir unsere Aufstellung da vorher schon gläsern machen, weiß er genau, mit welchen Ringern er nach Heilbronn kommen muss. Wenn wir aber mit verdeckten Karten spielen, kann er nur mutmaßen, wie wir antreten werden. Und dabei kann ihm die eine oder andere Fehleinschätzung unterlaufen.

Hand aufs Herz – wie stehen die Chancen, dass die RED DEVILS Burghausen aus dem Wettbewerb werfen und ins Halbfinale einziehen?

Marcus Mackamul:
Ich sage jetzt nicht 50:50, sondern prophezeie ein Duell auf Augenhöhe, in dem wir voll ebenbürtig stehen werden. Wenn wir zuhause gewinnen können und am 23. Dezember in Burghausen über uns hinauswachsen, können wir uns selbst das schönste Weihnachtsgeschenk machen. Wir haben in jedem Fall Blut geleckt und haben großen Bock darauf, auch im Januar noch zu ringen!

Welcher Druck lastet eigentlich auf dir als Trainer, der das Ganze ja auch nur neben dem normalen Beruf her macht? Als wir neulich direkt nach dem Kampf in Hallbergmoos mit dir sprechen wollten, hieß es „der ist gerade unter der Dusche“ – das zeigt, dass du nicht nur cool an der Matte sitzt, sondern extrem intensiv bei der Sache bist und dich verausgabst wie die Sportler selbst…

Marcus Mackamul:
Ich kämpfe von da draußen zehn Kämpfe mit und bin danach komplett durchgeschwitzt und wahrscheinlich kaputter als mancher aktive Ringer (lacht). Ich mache mir selbst dabei immer den größten Druck und hänge während der Woche in meiner Freizeit fast durchgehend am Telefon, um den nächsten Kampf vorzubereiten. Und nach den Kampfwochenenden nehme ich mir zur Zeit immer erstmal einen Tag Urlaub um zu regenerieren.

Dann wünschen wir euch für den Sonntag viel Erfolg und drücken die Daumen, dass die RED DEVILS auch im Januar noch ringen dürfen.

Marcus Mackamul:
Vielen Dank! Einen großen Anteil an einem möglichen Erfolg können auch die Fans haben. Denn wenn sie uns lautstark anfeuern, gibt das unseren Jungs nochmal einen extra Schub und sorgt dafür, dass jeder Einzelne noch ein paar extra Prozente herauskitzelt. Ich wünsch mir für Sonntag, dass wir 1.500 Leute in der Halle haben, die einen riesen Alarm machen und uns zum Sieg schreien.

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